Der neue Immobilienbrief Stuttgart ist da

Immobilienbrief Stuttgart - 04.06.2024

Leidenschaft für den Immobilienstandort Metropolregion Stuttgart – dies vermittelt der Immobilienbrief Stuttgart seit 2008. Unabhängig und konstruktiv-kritisch beleuchtet das Online-Medium alle zwei Wochen das Immobiliengeschehen zwischen Tübingen und Heilbronn, Pforzheim und Aalen. Der Schwerpunkt liegt auf der Landeshauptstadt.

Investigativ und meinungsstark

Der Immobilienbrief Stuttgart arbeitet investigativ und ist meinungsstark. Wichtige Immobilienthemen meldet er oft als erster. Er nennt Ross und Reiter, Hintergründe und Kaufpreise. Märkte und Projekte, aktuelle Studien, Forschungsergebnisse und politisches Handeln sind wesentliche Themen. Dabei scheut sich die Redaktion nicht, auch Unangenehmes zu schreiben und Politikern auf die Füße zu treten.

Schnell und kostengünstig – Ludwigsburg forciert Instrument zur Stadtentwicklung

Rahmenplan statt Bebauungsplan

Neue Bebauungspläne sind aufwendig, sie aufzustellen kostet Geld und vor allem viel Zeit. Ludwigsburg hat sich einen pfiffigen Weg einfallen lassen: Rahmenplan statt Bebauungsplan. Baubürgermeisterin Andrea Schwarz hat diese Idee bereits an ihrer früheren Wirkungsstätte
entwickelt.

Ein vom Gemeinderat verabschiedeter Rahmenplan zum bestehenden Bebauungsplan sei ihres Erachtens immer dann denkbar, wenn die Grundlagen der bestehenden Planung nicht berührt werden, meint Schwarz. Nicht anwendbar sei dieses Instrument daher beispielsweise, wenn im Außen-bereich ein neues Baugebiet entwickelt werden soll oder wenn es sich um eine nicht zulässige Nutzung handelt, beispielsweise Wohnen im Gewerbegebiet.

Bei Klagen müsste die Stadt ins B’Planverfahren einsteigen

Ansonsten hat das Ludwigsburger Baurechtsamt damit ein Instrument in der Hand, mit dem es sehr schnell und klar Befreiungen erteilen kann. Gibt es juristische Probleme, wenn beispielsweise ein Betroffener oder Nachbar klagt, steigt die Stadt Ludwigsburg eben in das B’Planverfahren ein.

Dächer: Potenzial für 1500 Wohnungen

Eine flächendeckende Studie habe ergeben, dass etwa 1500 zusätzliche Wohneinheiten durch Dachausbau und Dach-aufstockung von zirka 500 Gebäuden möglich seien. Die Stadt hatte sich im Rahmen des Landesprogramms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ beworben und 2022 den Zuschlag bekommen. Die Studie wurde zusammen mit dem Stadtplanungsbüro Berchtold Grass erarbeitet.

Alter Bebauungsplan lässt neuen Wohnraum nicht zu

Mit der Umsetzung des Programms wird jetzt in einem Ein-familienhausgebiet von Neckarweihingen begonnen. Hier gilt ein Bebauungsplan aus den 1960er-Jahren. Die vorge-schriebene Dachneigung ist sehr gering, Kniestock oder Dachgauben sind nicht erlaubt. Die Schaffung von neuem Wohnraum, das war schnell klar, war somit kaum möglich. In der Vergangenheit mussten Bauanträge regelmäßig abgelehnt werden. Also wurde ein Rahmenplan formuliert, der beispielsweise vorsieht, dass ein Kniestock bis maximal 100 Zentimeter zulässig ist oder das Satteldach eine Neigung bis zu 36 Grad aufweisen darf. Der Gemeinderat verabschiedete den Rahmenplan Ende Januar einstimmig, das gibt Andrea Schwarz und ihren Mitarbeitern den notwendigen Rückhalt.

Informationsveranstaltung mit der Architekten-kammer

Ein Flyer wurde gedruckt und im Januar zusammen mit der Architektenkammer eine Informationsveranstaltung abgehalten. Interessierte Eigentümer können eine Erstberatung durch Architekten in Anspruch nehmen, die Kosten werden in Höhe von bis zu 320 Euro übernommen. 400 Euro bezahlt das Land pro Beratung, 80 Euro behält die Stadt, um wiederum ihre Kosten zu decken. „Das ist eine große Win-win-Situation, gerade jetzt in Zeiten der Baukrise“, freut sich Andrea Schwarz. Die Architekten erhalten Aufträge, die Stadt dringend benötigten Wohnraum.

Die Caritas mietet und kümmert sich

Um Eigentümern die Angst vor dem Vermieten zu nehmen, wurde zusammen mit der Caritas das Programm „Türöffner“ entwickelt. Die Caritas mietet an, garantiert die Mietzahlungen, kümmert sich auf Wunsch auch um die Betriebskostenabrechnung und um die Mieter. Ein weiterer Vorteil laut Schwarz: Einer Klientel, die es am Wohnungs-markt sonst schwer hat, wird geholfen. Für den Rahmenplan gibt es inzwischen einen zweiten Anwendungsfall. Der barocken Innenstadt von Ludwigsburg droht ein Hitzeproblem. Früher, weiß Andrea Schwarz, waren die Höfe begrünt. Heute sind sie in hohem Maße vollgepflastert und bebaut. Ein wiederum einstimmig verabschiedeter Rahmenplan „Grüne Innenhöfe Innenstadt“ regelt nun die künftige Bebauung und Begrünung.

In Bietigheim-Bissingen bewährte sich der Rahmenplan

In Bietigheim-Bissingen bewährt sich die Vorgehensweise Rahmenplan statt Bebauungsplan bereits seit etwa acht Jahren. Dort war in einem B’Plan aus den 1960ern formuliert, dass der Dachraum nicht zu Wohnzwecken vorgesehen ist. Andrea Schwarz überzeugte den Gemeinderat, dies zu ändern. Sie war dort Leiterin des Amts für Stadtentwicklung. Auch in Ludwigsburg soll das Instrument Rahmenplan
künftig, wenn es sich bewährt, öfter eingesetzt werden.

Themen dieser Ausgabe

  • Wohninvest in der Insolvenz
  • Rahmenplan statt Bebauungsplan – Ludwigsburg mit kreativem Instrument
  • “Best Managed Company” – Auszeichnung für Wolff & Müller
  • Wohnimmobilien – Marktbericht von Engel & Völkers
  • Transformation Innenstadt – Fachbuch mit Lösungsansetzen für die City
  • Stuttgarter Fraktionen zu Wohnen, Bauen und Immobilien
  • Wohnsituation – 53 % der Stuttgarter unzufrieden


Hier können Sie die aktuelle Ausgabe des Immobilienbrief Stuttgart als PDF herunterladen.

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